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Wenn die Familienbegleitung endet: Wie geht es Familien später?

Eine Familienbegleitung ist zeitlich begrenzt. Das Leben einer Familie aber nicht. Neue Belastungen können entstehen, alte Schwierigkeiten können wiederkehren und Kinder und Eltern treten in neue Lebensphasen ein. Deshalb ist für die Frühen Hilfen nicht nur relevant, wie Familien ihre Begleitung erleben. Ebenso wichtig ist die Frage, wie es ihnen danach geht und ob sie bei erneutem Bedarf passende Unterstützung finden.

Das NZFH.at hat 2025 insgesamt 350 aktuell oder früher begleitete Familien zu einer Befragung eingeladen. 106 Familien nahmen vollständig teil. Bei 71 Prozent war die Familienbegleitung zum Zeitpunkt der Befragung bereits abgeschlossen.

Sechs von zehn Familien geht es gut oder sehr gut

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Kreisdiagramm zur aktuellen Situation von Familien. 34,9 Prozent bewerten ihre Situation als gut, 25,5 Prozent als sehr gut. 31,1 Prozent geben „okay, könnte aber besser sein“ an. 7,5 Prozent bewerten ihre Situation als nicht so gut, 0,9 Prozent als gar nicht gut.

Zunächst wurden die Familien nach ihrer aktuellen Situation gefragt. 60 Prozent gaben an, dass es ihnen zum Zeitpunkt der Befragung gut oder sehr gut gehe. Rund 31 Prozent antworteten mit „okay, könnte aber besser sein“, knapp acht Prozent mit „nicht so gut“ und knapp ein Prozent mit „gar nicht gut“.

Die genannten Herausforderungen waren vielfältig. Dazu gehörten psychische oder andere Erkrankungen, Stress und Überforderung, Schwierigkeiten mit Kinderbetreuung und Berufseinstieg, finanzielle Sorgen, fehlende Unterstützung aus dem familiären Umfeld oder soziale Isolation.

Die Ergebnisse zeigen damit: Für viele Familien hat sich die Situation stabilisiert. Gleichzeitig bleiben Lebenslagen mit kleinen Kindern dynamisch und neue Unterstützungsbedarfe können entstehen.

Belastungen können nach dem Ende der Begleitung wieder auftreten

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Psychische Belastungen sind die häufigste Herausforderung nach Ende der Familienbegleitung.

Besonders interessant ist deshalb der Blick auf jene Familien, deren Begleitung bereits abgeschlossen war. 65 Prozent dieser Befragten berichteten, dass seit dem Ende der Familienbegleitung erneut Belastungen aufgetreten waren. Am häufigsten wurden genannt:

  • 69 Prozent: psychische Belastungen wie Ängste oder Überforderung
  • 41 Prozent: gesundheitliche Belastungen
  • 41 Prozent: familiäre Belastungen
  • 35 Prozent: Belastungen im Zusammenhang mit der Entwicklung des Kindes
  • 29 Prozent: finanzielle oder existenzielle Sorgen
  • 12 Prozent: soziale Isolation oder fehlende soziale Kontakte.

Dass Belastungen wieder auftreten, bedeutet nicht, dass eine frühere Familienbegleitung wirkungslos war. Schwangerschaft, Geburt und die ersten Lebensjahre eines Kindes sind von Veränderungen geprägt. Familiäre, gesundheitliche oder finanzielle Situationen können sich auch nach einer stabileren Phase erneut verändern. Entscheidend ist deshalb auch, ob Familien gelernt haben, Unterstützung zu finden und zu nutzen.

Die meisten Familien finden erneut Unterstützung

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Psychische Unterstützung und Beratung wurden nach Belastungen am häufigsten genutzt.

Von den Familien, bei denen wieder Belastungen aufgetreten waren, erhielten 71 Prozent Unterstützung bei deren Bewältigung. Besonders häufig kamen Hilfen von ärztlichen oder anderen Fachpersonen sowie aus dem Freundes- und Familienkreis. Bei der Art der Unterstützung steht psychische Unterstützung an erster Stelle. Unter den Familien, die Hilfe erhalten hatten, nannten

  • 71 Prozent psychische Unterstützung,
  • 49 Prozent Beratung,
  • 20 Prozent Familien- oder Haushaltshilfe,
  • 17 Prozent Kinderbetreuung und
  • 11 Prozent Unterstützung bei der Beantragung von Beihilfen und Förderungen.

Daneben wurden medizinische Therapien, Sachmittel und Spenden sowie Frühförderung genannt.

Unterstützung zu finden ist trotzdem nicht selbstverständlich

Ein wichtiger Befund liegt zwischen diesen Zahlen: Nur rund ein Viertel der Befragten fand es leicht, die passende Unterstützung zu finden. Hilfreich war dabei entweder eigenes Wissen über verfügbare Angebote oder Unterstützung durch Menschen aus dem persönlichen Umfeld. Einzelne Befragte berichteten dagegen, keine Hilfe erhalten zu haben, weil ein passendes Angebot fehlte oder weil sie die Belastung zunächst allein bewältigen wollten.

Damit berührt die Befragung eine zentrale Funktion der Familienbegleitung: Familien sollen während der Begleitung nicht nur unmittelbar unterstützt werden. Sie lernen auch Anlaufstellen kennen, erhalten Informationen und sammeln Erfahrungen damit, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Das kann den Zugang zu Unterstützung bei späteren Belastungen erleichtern.

Unterstützung endet nicht an einer institutionellen Grenze

Die Ergebnisse machen deutlich, dass der Abschluss einer Familienbegleitung nicht bedeutet, dass eine Familie in Zukunft keinen Unterstützungsbedarf mehr haben wird. Viele Familien bewältigen ihre weitere Lebenssituation gut. Zugleich treten bei einem erheblichen Teil später erneut Belastungen auf – besonders häufig im Bereich der psychischen Gesundheit. Dass die Mehrheit der betroffenen Familien erneut Unterstützung erhält, ist deshalb ein wichtiger Befund.

Für Frühe Hilfen unterstreicht das die Bedeutung der Lotsenfunktion: Familien dabei zu unterstützen, passende Angebote kennenzulernen, Zugänge aufzubauen und Unterstützung auch später selbstständig in Anspruch nehmen zu können.

Zur Einordnung der Ergebnisse

Die Ergebnisse beruhen auf 106 vollständig ausgefüllten Fragebögen und sind nicht ohne Weiteres auf alle durch die Frühen Hilfen begleiteten Familien übertragbar. In der Stichprobe sind beispielsweise Personen mit Hochschulabschluss relativ stark vertreten; nur sechs Prozent verfügten maximal über einen Pflichtschulabschluss.

Publikation zum Thema Download:

Infosheet „Aktuelle Situation der Familien“

 Wie geht es Familien später?