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Frühen Hilfen: Zahlen, Daten und Fakten 2025 – Schwerpunkt Väter in den Frühen Hilfen

Die Frühen Hilfen wollen (werdenden) Eltern und Familien mit Kleinkindern in belastenden Lebenssituationen bedarfsgerechte Unterstützung zur Verfügung stellen und gesundheitliche Chancengerechtigkeit gewährleisten. Das Monitoring der Umsetzung wird durch die österreichweite Dokumentation FRÜDOK sichergestellt. In den diesjährigen Schwerpunktanalysen stand die Rolle von Vätern in den Frühen Hilfen im Fokus.

Informationen zu den Kontaktaufnahmen mit den Frühen Hilfen, zu den kurzfristigen Unterstützungen und Begleitungen sowie insbesondere zu den begleiteten Familien werden durch Familienbegleiter:innen in FRÜDOK festgehalten. Das Nationale Zentrum Frühe Hilfen (NZFH.at) administriert dieses Dokumentationssystem, übernimmt die inhaltliche Abstimmung und Plausibilitätskontrollen sowie die jährliche Analyse der Daten. Die Ergebnisse werden deskriptiv in Form von FRÜDOK‐Jahresberichten und Infosheets aufbereitet und ergänzt um strukturelle Rahmenbedingungen in den Frühe‐Hilfen‐Netzwerken sowie das Feedback der begleiteten Familien in Hinblick auf die Zufriedenheit und den Nutzen des Angebots.

Jahresbericht: Frühe Hilfen. Zahlen, Daten und Fakten 2025

Kernergebnisse

Auch im Jahr 2025 ist die Anzahl der Kontaktaufnahmen mit Frühe-Hilfen-Netzwerken weiter gestiegen. Insgesamt wurden 5.736 Kontaktaufnahmen dokumentiert. Häufiger als jemals zuvor erfolgte die Kontaktaufnahme durch die Familien selbst (59 %). Aus den Kontaktaufnahmen resultierten 2.872 neue Familienbegleitungen und 1.573 kurzfristige Unterstützungen. Insgesamt wurden im Verlauf des Jahres 5.686 Familien begleitet und dabei 13.363 Personen in den Haushalten erreicht, darunter 6.521 Kinder.

Obwohl sich der Kreis der vermittelnden Einrichtungen und Personen zunehmend diversifiziert, bleibt das Krankenhaus der wichtigste Zugangsweg in die Frühen Hilfen. Rund ein Fünftel aller Kontaktaufnahmen geht direkt oder indirekt auf Krankenhäuser zurück. Sozialarbeiter:innen stellen weiterhin die Berufsgruppe dar, die Familien am häufigsten an die Frühen Hilfen vermittelt. Die Daten zeigen zudem, dass die Frühen Hilfen ihre Zielgruppen weiterhin gut erreichen. Insbesondere armutsgefährdete Familien, Ein-Eltern-Familien sowie Familien mit Migrationshintergrund sind unter den begleiteten Familien deutlich häufiger vertreten als in der Gesamtbevölkerung. Mehr als zwei Drittel der neu begleiteten Familien waren armutsgefährdet.

Die Daten zeigen vielfältige positive Entwicklungen: Die Situation der Familien verbesserte sich häufig hinsichtlich Elternkompetenz und Eltern-Kind-Beziehung, Alltagsbewältigung, Gesundheit, Zukunftsperspektive und sozialem Netzwerk. Auch Zukunftsängste und Überforderung konnten bei vielen Familien reduziert werden.

Bild
Kontaktaufnahmen, Familienbegleitungen und Abschlüsse 2025

Schwerpunkt: Väter in den Frühen Hilfen

Der diesjährige Schwerpunkt „Väter in den Frühen Hilfen“ hat gezeigt, dass Väter – zumeist nur, wenn sie im gemeinsamen Haushalt mit Mutter und Kind/Kindern leben – durchaus Anteil an der Familienbegleitung nehmen, wenngleich hinsichtlich der Anzahl der Kontakte Verbesserungspotenzial besteht. Zumindest bei einem Fünftel der begleiteten Familien gab es regelmäßige Kontakte (auch) mit dem Vater, wobei v. a. die zeitliche Vereinbarkeit mit einer Erwerbsarbeit eher hemmend und sprachliche Barrieren bei den Müttern für die väterliche Beteiligung eher förderlich sind.

Leben die Väter im selben Haushalt wie Mutter und Kind(er), werden die Frühen Hilfen häufiger erst dann kontaktiert, wenn bei oder nach der Geburt des Kindes besondere, zum Teil unerwartete Belastungen auftreten (z. B. Überforderung oder Ängste mit dem Neugeborenen, psychische Problematik in der Familie, erhöhte Betreuungsanforderungen des Kindes). Zwar gibt es auch bei diesen Familien häufig andere medizinische oder soziale Belastungen oder die Notwendigkeit für administrative/rechtliche/organisatorische Unterstützung, doch diesbezüglich besteht bei Familien ohne Väter im Haushalt noch größerer Bedarf. Die Belastungslage der Väter selbst ist in vielen Fällen nur teilweise erkennbar. Dennoch zeigen die vorhandenen Informationen, dass rund ein Viertel der Väter zum Zeitpunkt der Kontaktaufnahme mit ihrer aktuellen Situation überfordert war und rund 10 Prozent ausgeprägte Zukunftsängste hatten. Zusätzlich belasteten gesundheitliche Einschränkungen, familiäre Konflikte und Erwerbsarbeitslosigkeit der Väter das Familiensystem.

Infosheet: Väter in den Frühen Hilfen

Schlussfolgerungen

Die Analysen des Jahres 2025 bestätigen erneut die hohe Akzeptanz und den Nutzen der Frühen Hilfen. Trotz abgeschlossenen österreichweiten Ausbaus steigen die Kontaktaufnahmen weiter an. Gleichzeitig gelingt es den Frühen Hilfen, sozial und gesundheitlich belastete Familien besonders gut zu erreichen und sie bei der Bewältigung vielfältiger Herausforderungen zu unterstützen.

Der diesjährige Schwerpunkt zeigt zudem, dass Väter eine wichtige Rolle für das Familiensystem spielen und sowohl eigene Unterstützungsbedarfe als auch wichtige Ressourcen mitbringen. Eine stärkere Berücksichtigung ihrer Perspektiven kann dazu beitragen, Familien noch umfassender zu unterstützen und die Entwicklungschancen von Kindern nachhaltig zu verbessern.

Zum Bericht und den Infosheets: